Alle Artikel in: Uncategorized

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Der Drops ist noch nicht gelutscht!

Kreuzberg hilft berichtet von der Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben Jüterboger Strasse. Leute, wir hatten schon ein bisschen Bammel vor dem Infoabend in der Passionskirche. Thema: Das Bauvorhaben der evangelischen Kirche am Rand der Bergmannfriedhöfe an der Jüterboger Strasse. Die Initiative gegen die Bebauung hatte dann auch mit Plakaten vor der Kirche aufgewartet, die Kirche selbst war gut gefüllt mit Gemeindemitgliedern und Bürger_innen aus der Nachbarschaft. Das Podium bestand aus sieben Personen*, der auch aus der Kirchenasyl-Bewegung bekannte Pfarrer Quandt befand sich im Publikum. Alle im Thema und sachverständig, das hat dann auch maßgeblich die Atmosphäre des Abends bestimmt. *Podium Pfarrer Peter Storck, Evangelische Kirchengemeinde Heilig Kreuz Passion (Moderation) Sascha Langenbach, Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) Florian Schmidt, Bezirksstadtrat für Bauen, Planen und Facility Management Evelyne Gülzow, Geschäftsführerin Diakonischens Werk Berlin Stadtmitte Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg Pfarrer Klaus-Ekkehard Gahlbeck, Evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte Nun könnten wir erzählen, wie der Initiator der Bebauungs-Gegner_innen gleich zu Anfangs dramatisch mit Anwaltsbrief und Bugwelle eine Bühne für sein Vorhaben suchte – und eher peinlich gescheitert ist. Wir könnten berichten, wie die Bedenken der …

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Through Refugee Eyes

„Die Wahrheit zu sagen, war das erste Recht, das uns im Krieg genommen wurde, so begann ich auf der Flucht, mir das Fotografieren beizubringen. Ich lieh mir Computer, Bücher und Kameras, alles in der Hoffnung, später die Wahrheit darüber mitzuteilen, was den Familien in Syrien passiert ist. Am 26. Februar 2016 erreichte meine Familie Griechenland. Zwölf Tage später wurde die Grenze geschlossen und ich wurde offiziell zu einem Bewohner eines Zeltlagers. Über meine Kunst verleihe ich meinen Gefühlen Ausdruck, schreie sie hinaus und erzähle der Welt, was ich über sie denke. Ich träumte einmal davon, ein guter Künstler zu sein. Heute ist alles anders. Alles was ich möchte, ist, der Welt von den vergessenen Menschen aus Syrien zu erzählen.“ (Abdulazez Dukhan) „Through Refugee Eyes“ – so lautet der Titel der Ausstellung die am 04. Januar 2017 im Mein Haus am See eröffnet wurde. Organisiert und kuratiert wurde sie von uns – Anne, Christina, Clara, Dora, Inga und Theresa – fünf Berliner Studentinnen, die sich über Kreuzberg hilft gesucht und gefunden haben. Die Idee zur Ausstellung …

„Berlin braucht eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik!“

Kreuzberg hilft unterstützt die Forderungen des Flüchtlingsrat Berlin an die zukünftige Berliner Landesregierung. Hier könnt Ihr unsere gemeinsame Erklärung mit dem Bündnis Neukölln, der KuB (Kontakt- und Beratungsstelle Berlin), Moabit hilft, dem Unterstützerkreis Storkower Str. von Pankow hilft, Willkommen im Westend, Vormund werden in Berlin und Weltweit – Asyl in der Kirche nachlesen: Forderung zum Download als PDF

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Hilfseinsatz im Flüchtlingslager Frakapor, Griechenland – September 2016

Gastbeitrag von Theresa Quast (die bereits aus Lesbos und Idomeni berichtete) „Ich finde keine Worte für das Gefühl, das ich empfand, als ich meinen Körper durch die Flughafenhallen Thessalonikis in Griechenland trug, um in den Flieger zurück nach Deutschland zu steigen. Eigentlich lastete dieses schwere Gefühl bereits auf mir, als ich mich ein paar Stunden zuvor von den vielen liebenswerten Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Flüchtlingslager Frakapor in Sindos verabschiedete. Bei der Verabschiedung wussten beide Seiten, dass ich nun in die andere Welt zurückkehren würde. Mein Gegenüber wusste, dass bei mir die „Normalität“, der geregelte Alltag sofort weitergehen könnte, wenn ich mich nur dafür entschied. Und dass mich das Flugzeug ohne Probleme innerhalb von zweieinhalb Stunden in das Land bringen würde, in dem Mutter, Vater, Kind, Schwester, Bruder, Onkel oder Tante wohnen. Deutschland, eines der Länder, in das sie einst all ihre Hoffnung gesteckt hatten. Am liebsten hätte ich dieses Privileg gar nicht genutzt und wäre bei meinen neu gewonnenen Freundinnen und Freunden geblieben. Aber wenn mir die Menschen aus dem Camp etwas mit auf …

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Offener Brief: Forderung nach Schutz für Schutzbedürftige

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (bzw. das neue LAF: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten) muss endlich Geflüchtete besser unterbringen und versorgen – um so mehr gilt das für besonders Schutzbedürftige. In Kreuzberger Unterkünften gibt es mehrere (Hoch-)Schwangere und schwer psychisch Erkrankte mit ärztlichem Attest, das eine weitere Unterbringung in einer Turnhalle als eine enorme gesundheitliche Gefährdung einstuft. Zu einer alternativen Unterbringung wird mehr als dringend geraten. Mit diesen Fällen haben sich sowohl die Betreiber der Unterkünfte, als auch wir uns mehrfach an das zuständige LAGeSo gewandt. Bisher ist jedoch nichts passiert. Das finden wir verantwortungslos. Gemeinsam mit den Betreibern der Kreuzberger Notunterkünfte AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V., care&shelter gGmbH, Die Akzente-Sozial UG und Mavi gGmbh, sowie dem Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. haben wir uns erneut an die Verantwortlichen im LAGeSo bzw LAF und Senator Mario Czaja gewandt mit der Aufforderung: Handelt endlich, jetzt! Den offenen Brief könnt Ihr hier in voller Länge lesen.

Ballons

Zehn Monate Kreuzberg hilft – ein Rückblick und eine Vorausschau mit „Hurra“-Effekt

Vor fast einem Jahr, Anfang September 2015, wurde Kreuzberg hilft gegründet. Was in den letzten zehn Monaten passiert ist, ist wirklich enorm. Und da bekanntlich Zahlen am besten für sich sprechen, haben wir hier einige für Euch zusammengetragen: 285.527 mal wurde unsere Homepage aufgerufen, 116.002,76 Euro Spendengelder bekommen, 12.374 E-Mails mit Anfragen aller Art, 5.292 Stunden haben wir in unseren Räumlichkeiten Spenden angenommen und sortiert, 945 Lieferungen an Unterkünfte berlinweit ausgefahren, 94 Aktivitäten haben wir mit Geflüchteten in Zoos, Museen, Konzertsälen und Sportstätten unternommen, rund 50 Deutschlernklassen angeboten, 16 Mal waren wir mit Geflüchteten klettern, 11 Mal haben wir miteinander Basketball gespielt, 23 Mal haben wir uns für Yoga-Klassen getroffen, 3 HipHop-Workshops, 3 Foto-Workshops und 2 Kunstwerkstätten haben wir organisiert, 15 Mal hat sich unsere Koch-Gruppe zum Brutzeln und Schlemmen verschworen, 22 Mal hat unsere Garten-Gruppe sich zum Ackern, Jäten, Säen und Buddeln getroffen, 17 Mal haben wir an unserem Flohmarktstand Kitsch und Krempel verkauft, 6 Social Days mit Unternehmen durchgeführt, 9 Förderanträge geschrieben, 39 Orga-Treffen und 42 Infotreffen durchgeführt. Hinzu kommen Vernetzungs- und Koordinationstreffen mit …

Ballons

Kreuzberg hilft beim MyFest 2016

Seit über hundert Jahren gehen hunderttausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am 1. Mai auf die Straße, um ihre Stimme gegen soziale Ungerechtigkeit und für eine bessere Gesellschaft zu erheben. In Berlin wird der 1. Mai nun schon zum 14. Mal im Herzen Kreuzbergs gefeiert, beim MyFest. Und mit unseren Räumlichkeiten am Mariannenplatz bedeutete das für uns dieses Jahr: Wir sind mittendrin statt nur dabei! Bei einem Infostand am Mariannenplatz haben wir tausend Luftballons verteilt, über unser Engagement informiert sowie über Missstände in der Integrationspolitik in Berlin und darüber hinaus diskutiert. Besonders gefreut haben wir uns über die Möglichkeit, uns bei einem Interview auf der Bühne des Mariannenplatz gemeinsam mit Friedrichshain hilft vorzustellen. Auf der Import&Export-Bühne am Heinrichplatz haben wir in einem politischen Beitrag unsere Sicht auf die derzeitige Situation der Asyl- und Integrationspolitik in Deutschland und insbesondere Berlin dargelegt. Den Text könnt Ihr hier nachlesen:

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“Dear Sun, please shine on us, it’s very cold here.” – Bericht aus Idomeni

Ein Gastbeitrag von Theresa Quast. Ihr habt es sicher schon festgestellt: In den letzten Wochen hat sich der Kern der Debatte über Geflüchtete in Deutschland und Europa verschoben. Während im Herbst durchschnittlich etwa 1.000 Menschen täglich nach Berlin kamen, sind es derzeit nur noch circa 70 Menschen. Auch deswegen verändert sich die Diskussion in Berlin: Weg von den langen Schlangen vor der Registrierungstelle am LAGeSo, hin zu der Frage, wie die Unterbringung für die Geflüchteten gestaltet werden kann. Bei allem Verständnis für diese Diskussion  – wie Ihr wisst, sind wir selbst stark involviert in Fragen der Unterbringung, Versorgung und Qualitätsstandards in den Unterkünften – lohnt sich ein Blick über die Grenzen hinweg hin zu den Ursachen der sinkenden Zahl der Ankommenden. Denn die europäischen Grenzen sind faktisch geschlossen. Die EU schließt einen äußerst diskussionswürdigen Deal mit der Türkei. Die Balkanroute, über die viele Menschen nach Europa gekommen sind, wurde dicht gemacht. Für die Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen, ist kaum noch eine Möglichkeit vorhanden, nach Europa zu kommen. Doch das bedeutet nicht, dass …

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Hinschauen, wo Europa wegschaut. Anpacken, wo Europa die Hände in die Taschen steckt. – Bericht aus Lesbos

Gastbeitrag von Theresa Quast, einer freiwilligen Helferin aus Lesbos. Die Begegnungen mit den geflüchteten Menschen, die ich durch die Arbeit mit Kreuzberg hilft erleben darf, führten mich auf eine Reise weit weg von Berlin. Als ich im Flugzeug nach Lesbos saß, sprachen mich meine zwei griechischen Sitznachbarn an: „Why do you go to Lesvos? You are a volunteer?“. Die beiden betonten aufrichtig ihre Dankbarkeit dafür, dass freiwillige Helferinnen und Helfer aus allen Ländern kommen, um sie in dieser Notlage zu unterstützen. Die flüchtenden Menschen, die auf Lesbos ankommen, haben nichts bei sich als die Kleidung, die sie tragen und manchmal noch einen kleinen Rucksack oder eine Plastiktüte. Sie haben alles hinter sich gelassen, häufig auch ihre Familie – vorerst oder für immer. Daher sind es viele junge Männer, die sich auf den Weg machen. Weil sie nicht in den Krieg ziehen und unschuldige Menschen töten wollen. Weil sie eine solche Bootsüberfahrt noch am ehesten überleben. Es kommt vor, dass die türkische Küstenwache die Schlauchboote aufschlitzt und die Männer zurück ans Ufer schwimmen lässt. Nicht nur einige hundert Meter, …

Zu den Zuständen in zwei Kreuzberger Notunterkünften

Vor Weihnachten haben wir Euch an unseren Gedanken zum Jahresende teilhaben lassen. Hier haben wir Euch erzählt, wie wir mit Eurer Hilfe den Aufbau von mehreren Notunterkünften unterstützt haben. Das Thema Notunterkünfte beschäftigt uns auch über die Aufbauphase hinaus. Denn auch im „Alltagsgeschäft“ sind wir als Kreuzberg hilft eingebunden: bei der Kommunikation mit dem Träger/Betreiber bzw. den Hauptamtlichen der Notunterkunft, der Koordinierung der Ehrenamtlichen oder der Einrichtung des Volunteer Planners, über den Ihr Euch für die ehrenamtliche Unterstützung in den Unterkünften eintragen könnt. Seit einigen Wochen sind wir sehr besorgt über die anhaltend schwierige Lage der Bewohner_innen der von der Akzente-Sozial UG betriebenen Notunterkünfte am Tempelhofer Ufer und in der Geibelstraße. Nach zahlreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen einerseits, mit ehrenamtlich aktiven Helfer_innen andererseits, hat sich unsere Sorge als berechtigt herausgestellt: In den beiden Notunterkünften der Akzente-Sozial UG geht es drunter und drüber. Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, in diesem Beitrag wollen wir Euch mehr über die aktuelle Situation in den Unterkünften und die Lage der Bewohnerinnen und Bewohner erzählen und darüber berichten, welche Schritte bisher unternommen …