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Hinschauen, wo Europa wegschaut. Anpacken, wo Europa die Hände in die Taschen steckt. – Bericht aus Lesbos

Gastbeitrag von Theresa Quast, einer freiwilligen Helferin aus Lesbos. Die Begegnungen mit den geflüchteten Menschen, die ich durch die Arbeit mit Kreuzberg hilft erleben darf, führten mich auf eine Reise weit weg von Berlin. Als ich im Flugzeug nach Lesbos saß, sprachen mich meine zwei griechischen Sitznachbarn an: „Why do you go to Lesvos? You are a volunteer?“. Die beiden betonten aufrichtig ihre Dankbarkeit dafür, dass freiwillige Helferinnen und Helfer aus allen Ländern kommen, um sie in dieser Notlage zu unterstützen. Die flüchtenden Menschen, die auf Lesbos ankommen, haben nichts bei sich als die Kleidung, die sie tragen und manchmal noch einen kleinen Rucksack oder eine Plastiktüte. Sie haben alles hinter sich gelassen, häufig auch ihre Familie – vorerst oder für immer. Daher sind es viele junge Männer, die sich auf den Weg machen. Weil sie nicht in den Krieg ziehen und unschuldige Menschen töten wollen. Weil sie eine solche Bootsüberfahrt noch am ehesten überleben. Es kommt vor, dass die türkische Küstenwache die Schlauchboote aufschlitzt und die Männer zurück ans Ufer schwimmen lässt. Nicht nur einige hundert Meter, …

Zu den Zuständen in zwei Kreuzberger Notunterkünften

Vor Weihnachten haben wir Euch an unseren Gedanken zum Jahresende teilhaben lassen. Hier haben wir Euch erzählt, wie wir mit Eurer Hilfe den Aufbau von mehreren Notunterkünften unterstützt haben. Das Thema Notunterkünfte beschäftigt uns auch über die Aufbauphase hinaus. Denn auch im „Alltagsgeschäft“ sind wir als Kreuzberg hilft eingebunden: bei der Kommunikation mit dem Träger/Betreiber bzw. den Hauptamtlichen der Notunterkunft, der Koordinierung der Ehrenamtlichen oder der Einrichtung des Volunteer Planners, über den Ihr Euch für die ehrenamtliche Unterstützung in den Unterkünften eintragen könnt. Seit einigen Wochen sind wir sehr besorgt über die anhaltend schwierige Lage der Bewohner_innen der von der Akzente-Sozial UG betriebenen Notunterkünfte am Tempelhofer Ufer und in der Geibelstraße. Nach zahlreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen einerseits, mit ehrenamtlich aktiven Helfer_innen andererseits, hat sich unsere Sorge als berechtigt herausgestellt: In den beiden Notunterkünften der Akzente-Sozial UG geht es drunter und drüber. Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, in diesem Beitrag wollen wir Euch mehr über die aktuelle Situation in den Unterkünften und die Lage der Bewohnerinnen und Bewohner erzählen und darüber berichten, welche Schritte bisher unternommen …

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Ein paar Worte und Gedanken zum Jahresende | Teil 2

Im ersten Teil unseres Jahresrückblicks haben wir Euch von unseren Aktivitäten im Spendenraum und in den Notunterkünften berichtet. Im zweiten Teil möchten wir Euch zwei weitere Bereiche bzw. Arbeitsgruppen (kurz AGs) von Kreuzberg hilft vorstellen: Die AG Cooperation und die AG Action. Vielen von Euch ist aus eigener Erfahrung als Fahrer_in, Sortierer_in oder Spender_in bekannt, wie der Spendenraum funktioniert und wie wir die Spenden annehmen, sortieren und weitergeben. So tragen wir zur Grundversorgung der nach Berlin geflüchteten Menschen bei. Trotz der überwältigenden Spendenbereitschaft können jedoch nicht alle Bedarfe gedeckt werden. Es gibt Dinge, die in so großen Mengen gebraucht oder verbraucht werden, dass sich bei uns die AG Cooperation darum kümmert. Zu diesen zählen beispielsweise Unterwäsche und Socken, Shampoo und Deodorant, Windeln und Babynahrung. Manchmal sind es ganz spezielle Dinge, die benötigt werden – wie besondere Gehilfen oder Schwerlastregale. Auch in solchen Fällen versucht die AG Cooperation, die benötigten Dinge aufzutreiben und schnellstmöglich den Menschen, die sie brauchen, zur Verfügung zu stellen. Gute Kontakte zu Unternehmen, Organisationen und Großspendern sind für diesen Teil unserer Arbeit …

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Ein paar Worte und Gedanken zum Jahresende | Teil 1

Die Adventszeit und das Ende eines Jahres sind ein guter Zeitpunkt, einmal innezuhalten, zurückzublicken und sich bewusst zu machen, was eigentlich alles passiert ist in den letzten Wochen und Monaten. Und in unserem Fall ist das nicht wenig, im Gegenteil. Gemeinsam haben wir viel geschafft, sind manchmal ein gutes Stück über uns hinausgewachsen und haben gefühlt Unmögliches möglich gemacht. Vor knapp vier Monaten, Anfang September, hat Kreuzberg hilft im Keller des homage store im Graefekiez den ersten Spendenraum eröffnet. Doch schon bald wurde es eng, die Regale waren bis unter die Decke vollgestapelt und die vielen Helfer_innen, die tagtäglich von morgens bis abends vor Ort waren, hatten kaum noch Platz, sich zu bewegen. Dann war plötzlich Oktober, die verabredete Zeit zur Nutzung des Raums fast abgelaufen und wir auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Nicht zuletzt Dank Eurer Hilfe hat Kreuzberg hilft Anfang November ein neues Zuhause im Herzen Kreuzbergs gefunden. Der Umzug an den Mariannenplatz 1 hat durch die Unterstützung vieler toller Menschen schnell und reibungslos geklappt und seitdem haben wir viel mehr Platz für all …

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Es geht weiter!

„Wir suchen einen neuen Spendenraum in Kreuzberg. Ebenerdig, ab 60 Quadratmetern, möglichst barrierefrei begehbar und mietfrei.“ Die Suchkriterien für die Weiterführung der Sachspendensammlung und -Verteilung können wir alle mittlerweile im Schlaf und ohne Luft zu holen herunterbeten, so oft haben wir sie in den vergangenen Wochen gesagt – am Telefon, per E-Mail und persönlich. Als selbst die größten Optimist_innen unter uns leise Zweifel hegten, ob das denn jemals etwas werden würde mit neuen Räumlichkeiten für Kreuzberg hilft, kam der Anruf aus der Bezirksverwaltung: „Wir haben einen Raum für Euch! Viel besser noch, eine ganze Wohnung, 120 Quadratmeter in bester Kreuzberg-Lage.“ Fast alle unsere Kriterien sind erfüllt, wir überglücklich.

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Helft uns, damit wir helfen können

Seit sechs Wochen leistet Kreuzberg hilft Soforthilfe für geflüchtete Menschen in Berlin. Wir haben viel gelernt: Wie man eine Bürger_innen-Initiative gründet, dass man manchmal auch Entscheidungen treffen muss in Bereichen, die vorher unbekannt waren, wie man hunderte Menschen tagtäglich auf viele Arten organisiert. Wie täglich organisiert und strukturiert werden kann – und wir wollen weiter lernen und weiter machen.

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„Einfach kommen
und mit anpacken“

Während wir auf das Interview mit dem Chefredakteur des Intro Magazins warteten, war er bereits Teil von Kreuzberg hilft geworden. Daniel Koch kam in unserer Kreuzberger Sammelstelle an – und schleppte kurzerhand Kartons in eines unserer Autos für eine Berliner Notunterkunft. Nachdem es fertig gepackt war, unterhielten wir uns über Wut, wie Kreuzberg hilft Menschen zusammen bringt und über Fragen, auf die wir selbst keine Antwort haben. So funktioniert Kreuzberg hilft: „Einfach kommen* und mit anpacken“. Das ganze Gespräch gibt`s hier und im gedruckten Intro Magazin. — * Zum Beispiel zum wöchentlichen Helfer_innen-Treffen. Jeden Dienstag um 19 Uhr in unseren Spendenräumen am Mariannenplatz 1. Keine Anmeldung nötig, einfach vorbeikommen!

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Kleider, Klamotten & Kram

„Heho, na, braucht ihr noch Unterstützung? Ich hab eine Idee, von der ich nicht weiß, ob´s ne Schnapsidee ist…“ So beginnt eine Nachricht von Judith Holofernes, die ich Anfang September in meinem digitalen Twitter-Postkasten fand. Judith Holofernes? Die von Wir sind Helden? Ja, genau die. Aus der Schnapsidee ist ein handfester Plan geworden und so freuen wir uns sehr über die Unterstützung für Kreuzberg hilft. Judith wird morgen vor unserer Kreuzberger Sammelstelle Kleider, Klamotten und Kram verkaufen. Der Erlös geht komplett in die Arbeit von Kreuzberg hilft und Cadus, eine Organisation, die Sanitäter_innen in Syrien ausbildet. Kleider, Klamotten und Kram von und mit Judith Holofernes am Freitag, 25. September 2015 von 14 Uhr bis 18 in der Dieffenbachstraße 15 in Berlin-Kreuzberg. Juhu! Wir freuen uns.   P.S.: Bitte habt dafür Verständnis, dass wir am Freitag keine Sachspenden annehmen können. Vielen Dank!

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Wie uns die Spucke wegbleibt,
die Puste aber nicht ausgeht

Zwei Wochen ist es erst her, dass wir Kreuzberg hilft ins Leben gerufen haben. Getragen von viel Idealismus, Frustration und Fassunglosigkeit über das Nichtstun seitens des Berliner Senats und der Verantwortlichen auf politischer Ebene, haben Simone, Mareice, Lisa und Patricia beschlossen: Nichtstun ist keine Option! Deshalb haben wir uns vor Kreuzberg hilft schon engagiert und deshalb gibt es Kreuzberg hilft. Unsere Arbeit ist ehrenamtlich. Wir verbingen Tage im Homage Store, unserem Sammelraum für Sachspenden. Wir beantworten täglich hunderte von E-Mails und organisieren noch nachts den nächsten Tag. Wir telefonieren mit Unterkünften für geflüchtete Menschen, gleichen Bedarfslisten ab, koordinieren Fahrer_innen, sortieren die Spenden. Niemand bezahlt uns dafür – uns nicht und keine_n der zahlreichen Helfer_innen. Das ist eine Situation, die es zu ändern gilt. Schnell, am besten gleich morgen. Wir fragen uns: Warum ist so viel kostenlose Sozialarbeit überhaupt notwendig? Nicht nur einmal stellte sich uns in diesen ersten zwei Wochen die Frage, ob wir das überhaupt weiter machen sollen, weiter machen können. Sind wir doch mit der Idee gestartet, eine vorübergehende Fehlplanung durch bürgerschaftliches Engagement …

Foto: Kathrin Harms / wirfuerfluechtlinge

Kreuzberg hilft
– Das ist erst der Anfang

In der ersten Woche Kreuzberg hilft haben wir viel erlebt! Eine überwältigende Menge an Sachspenden hat uns erreicht. Viele wunderbare Menschen haben diese Spenden sortiert, koordiniert, gepackt und durch Berlin gefahren – zu den Menschen, die sie brauchen. Wir haben viel telefoniert, organisiert, nachgedacht, abgewägt, gemacht, besprochen, geplant. Einige Szenen der ersten Woche hat Mareice aufgeschrieben. Nach einem ersten Annahmestopp geht es morgen weiter – wir freuen uns, wenn Ihr die aktuelle Bedarfsliste genau lest und uns weiterhin so gut erhaltene Spenden vorbei bringt. Wir haben gerade erst angefangen! Mit herzlichem Dank an alle helfenden Hände & dankbaren Grüßen aus Kreuzberg: Simone, Lisa, Patricia & Mareice   Foto: Kathrin Harms / wirfuerfluechtlinge