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Helft uns, damit wir helfen können

Homage_August

Seit sechs Wochen leistet Kreuzberg hilft Soforthilfe für geflüchtete Menschen in Berlin. Wir haben viel gelernt: Wie man eine Bürger_innen-Initiative gründet, dass man manchmal auch Entscheidungen treffen muss in Bereichen, die vorher unbekannt waren, wie man hunderte Menschen tagtäglich auf viele Arten organisiert. Wie täglich organisiert und strukturiert werden kann – und wir wollen weiter lernen und weiter machen.

Viele von uns lernten in den letzten Wochen auch ihre Grenzen kennen. Ihre Grenzen an Belastbarkeit, an zeitlichen Kapazitäten, der Schwierigkeit von Vereinbarkeit von Berufs-/Privatleben und ehrenamtlichem Engagement.

Wir haben Strukturen etabliert. Kreuzberg hilft umfasst mittlerweile eine Logistik, die einem professionellen Speditionsunternehmen gleicht. Jeden Montag treffen sich erfahrene Helfer_innen und neue Interessierte zum Helfer_innen-Treffen. Jeder_r kann sich einbringen, je nach Talent und freier Zeit ist bei Kreuzberg hilft für jede_n Platz.

Homage_August

Spendenraum im August 2015

Als wir Ende August starteten, wollten wir konkret helfen. Wir freuten uns sehr über den Lagerraum im wundervollen homage store. Verabredet hatten wir die Möglichkeit zur Lagerung von Sachspenden bis Ende Oktober. Nun ist es bald Ende Oktober, die Sachspenden werden nach wie vor benötigt. Sogar dringender denn je, denn es wird kalt in Berlin.

Wir suchen also neue Lagerräume, um weiterhin geflüchtete Menschen vor dem LaGeSo und in den Berliner Unterkünften mit dem zu versorgen, was sie brauchen: Dicke Winterjacken, Wollsocken, Windeln, Smartphones und mehr.
Was wir dazu brauchen: einen Lagerraum (mindestens 60 qm), barrierefrei zugänglich, trocken, mietfrei, für mindestens sechs Monate, in Kreuzberg & drumherum.

Zur Fortführung der Sammlung und Verteilung von Sachspenden benötigen wir außerdem hauptamtliche Unterstützung. Wir leisten seit Wochen professionelle Arbeit. Mindestens eine Person, die den Überblick hat, muss ständig vor Ort sein und koordinieren. Diese Arbeit erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Kompetenz, Organisationsstärke und – ganz banal – Zeit vor Ort. Dies kann langfristig nicht von einem Ehrenamt ausgefüllt werden. Es ist ein Fulltime-Job und muss entsprechend vergütet werden. Für die Sachspenden-Koordination muss es langfristig finanzielle Unterstützung geben – mindestens für eine Person.

Sollten wir bis Ende Oktober keinen geeigneten Raum und hauptamtliche Unterstützung finden, wird es keine Sachspendenverteilung von Kreuzberg hilft mehr geben können – obwohl der Bedarf aufsteigend ist!

Foto: Kathrin Harms / wirfuerfluechtlinge

Spendenraum im September 2015 Foto: Kathrin Harms / wirfuerfluechtlinge

Kreuzberg hilft wird es weiterhin geben. Wir organisieren bereits jetzt viele Aktivitäten und Events mit geflüchteten Menschen und kaufen mit Geldspenden dringend Benötigtes. Das werden wir auch weiterhin tun. Findet sich jedoch in den kommenden zwei Wochen kein Raum und keine Möglichkeit zur hauptamtlichen Koordination, verlieren wir unser Herzstück, den Spendenraum.

Bitte helft uns, damit wir weiter helfen können!

Katharina, Anni, Patricia, Mareice, Lisa, Simone, Angie, Alwara, Claudia, Héctor, Suse, Katja, Gökhan, Friedrich, Albrecht, Tinka, Juliane, Angela, Gerda, Lena, Daniel, Leonie, Tanya, Catherine, Katha, Nina, Stine, Frida und viele mehr.

KONTAKT: welcome@kreuzberg-hilft.com

P.P.S.: Wir möchten schon an dieser Stelle betonen, wie dankbar wir Suza und Marc vom homage store sind. Sie haben Massen von Menschen, Massen von Spenden und das größte Chaos ertragen. Sie stehen immer hinter uns und helfen jeden Tag mit. Das finden wir sehr beeindruckend.