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In eigener Sache: Spenden, die von Herzen kommen

Liebe Spenderinnen und Spender,

Ihr wisst, wie dankbar wir für Eure unermüdliche Unterstützung sind und wie sehr wir es wertschätzen, dass Ihr an die Menschen denkt, denen es zum Teil am Nötigsten fehlt. Wir können uns nur immer wiederholen: Danke für Eure Spendenbereitschaft!

Aber immer wieder machen wir Erfahrungen mit „schwarzen Schafen“, die uns zur Verzweiflung treiben. Ein paar Beispiele: Ungewaschene Sportklamotten, die nach Umkleidekabine, Schweiß und Fußpilz stinken, sind keine Spende, sondern eine Frechheit. Nasse Kleidungsstücke in Jutesäcken, die wir im Spendenraum aufhängen müssen, damit sie nicht schimmeln, sind eine logistische Herausforderung, für die wir nicht ausgestattet sind. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötigen Ressourcen, und, ganz offen gesprochen: Darauf haben wir auch keine Lust. Sachspenden, die wir nicht auf der Bedarfsliste haben, fressen unsere räumlichen Kapazitäten und gehören zur BSR gebracht, nicht zu uns. Ganz ehrlich: Dass zerbrochene Weihnachtsdekoration kurz vor Ostern eine ernstgemeinte Spende sein soll, können wir uns nicht recht vorstellen. Dass Kinder gerne mit Puzzeln spielen, bei denen Teile fehlen, ist ein Mythos. Niemand würde, wenn er oder sie die Wahl hat, seinem eigenen Kind einen milbenverseuchten Teddybären mit abgerissenem Arm schenke, oder? Und wer auch immer gemeint hat, dass ein Klodeckel eine prima Idee wäre, jemandem etwas Gutes zu tun, der hat die aktuelle Situation der Menschen in Tempohomes und anderen Gemeinschaftsunterkünften einfach nicht klar vor Augen.

Wir können nur annehmen, was wir weitervermitteln können

Wir wissen, dass es zuweilen mühsam ist, Sachen bei uns vorbei zu bringen. Aber bitte versteht, dass wir – auch wenn ihr den Weg auf euch genommen habt – nicht verpflichtet sind, das zu behalten, was Ihr mitbringt. Wenn es nicht auf unserer Bedarfsliste steht, können und wollen wir es nicht annehmen. Schlicht und ergreifend, weil es nicht gebraucht wird und wir keine Möglichkeit haben, es weiter zu vermitteln. Also: Seid bitte nicht enttäuscht, wenn wir Euch bitten, Dinge wieder mitzunehmen. Wir bemühen uns wirklich, Euch die Möglichkeit zu geben, Euch vorab über die aktuellen Bedarfe zu informieren. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob das Bobbycar, die Biedermeier-Schrankwand oder der Nepal-Reiseführer tatsächlich eine gute Spende darstellen, scheut Euch nicht, uns zu kontaktieren, wir freuen uns auf Eure Email (bedarf@kreuzberg-hilft.com) oder Eure Nachricht auf Facebook, die wir schnellstmöglich zu beantworten versuchen.

Und noch etwas: Wir haben feste Zeiten, zu denen wir Spenden annehmen können. Wenn Ihr außerhalb dieser Zeiten kommt, stellt bitte nicht einfach Eure Sachen vor der Tür ab, nur damit Ihr sie los seid. Kleidung, die über Nacht im Regen stand, wird davon nicht besser. Außerdem haben wir Nachbarinnen und Nachbarn, die ein Recht darauf haben, dass ihr Eingangsbereich, ihr Treppenhaus und ihr Flur nicht zugemüllt werden. Unsere Öffnungszeiten findet Ihr hier: http://kreuzberg-hilft.com/bedarfsliste/

Was unterscheidet eine Spende von Müll?

Und nochmal zur Erinnerung: Eine Spende ist etwas, was man einem anderen Menschen schenken möchte und bei dem man davon ausgeht, dass der oder die andere noch Freude daran hat. Hättet ihr Freude an der verschlissenen, stockfleckigen Kordhose eines Fremden, die in den Fünfzigern modern war? Oder an einem getragenen BH mit abgerissenen Trägern?

Bitte achtet darauf, dass Eure Spenden sich in einem guten Zustand befinden. Bitte schüttet die Sandkästen aus den Schuhen und untersucht die Kleidungsstücke auf Flecken, Löcher und lose Nähte. Achtet darauf, dass Spielzeug noch zum Spielen geeignet bzw. vollständig ist. Und denkt bitte auch daran: Jahreszeiten gelten auch für geflüchtete Menschen – und in unserem Spendenraum haben wir im Winter keinen Platz für Sommerkollektionen und im Sommer keinen Platz für Winterware. Anderenfalls müssen wir Euch die Sachen leider wieder mitgeben. Das wäre ebenso ärgerlich für Euch wie für uns. Wir nehmen nur an, was auf der Bedarfsliste steht (oder was zuvor mit uns abgesprochen wurde), gewaschen und gut erhalten ist. Eine qualitativ hochwertige Spende ist sauber, frisch gewaschen, nicht verschlissen und kann ohne weitere Reparaturen weiter gegeben werden. Ihr helft uns, wenn Ihr die Kleidung vorsortiert und beschriftet (z.B. Einteilung in Frauen & Männer sowie die Größe). Auch Schuhe bitte putzen, zusammenbinden und mit der Größe versehen.

Unser Spendenraumteam geht auf dem Zahnfleisch

Die Bereitschaft, Zeit zu spenden, ist zurückgegangen. Derzeit nehmen sich immer weniger Menschen regelmäßig oder sporadisch Zeit, ehrenamtlich in der Geflüchtetenhilfe aktiv zu sein. Einige wissen gar nicht, dass viele Menschen immer noch Sach- und Kleiderspenden benötigen und dass der Spendenraum von Kreuzberg hilft eine wichtige Anlaufstelle für diese Menschen ist. Diejenigen, die es bei uns im Spendenraum in ihrer Freizeit arbeiten (und das sind nach wie vor alle!), sind oft überlastet, weil sie Schichten alleine bestreiten, bei denen zwei oder drei Menschen mehr gut zu tun hätten. Oft gehen sie auf dem Zahnfleisch und fragen sich: Wozu das alles? Lieblose, gedankenlose Spenden helfen uns nicht, daran zu glauben, dass das, was wir Woche für Woche tun, Sinn ergibt und etwas verändert. Aber wir wollen daran glauben, weil es Menschen gibt, die unsere – und Eure – Unterstützung brauchen. Und weil es eben auch diese tollen, großzügigen, selbstlosen Spenden gibt, die wirklich einen Unterschied machen.

Darum drei Bitten an Euch:

  • Wenn Ihr spendet, spendet mit Herz und Verstand.
  • Wenn Ihr selbst im Spendenraum helfen wollt, tragt euch in unseren Schichtplan ein – Eure Hilfe ist überaus willkommen!
  • Wenn Ihr euch nicht sicher seid, ob wir Eure Spende annehmen können, schreibt uns eine Email (bedarf@kreuzberg-hilft.com) oder fragt uns auf Facebook.

Herzlichen Dank!

Euer Spendenraum-Team von Kreuzberg hilft