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Jahresrückblick 2017

Liebe Mitglieder von Kreuzberg hilft e.V., liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

gemeinsam haben wir ein bewegtes Jahr 2017 erlebt, in dessen Verlauf sich bei Kreuzberg hilft wieder einmal viel getan hat. Mit diesem Jahresbericht wollen wir das Vergangene Revue passieren lassen und Euch einen Rückblick in das Geschehene sowie einen Ausblick auf das Anstehende im kommenden Jahr geben. Vor allem aber wollen wir Danke sagen: für Euer Interesse, Eure Unterstützung und Eure Mitgestaltung dessen, was Kreuzberg hilft ist.

Das war 2017:

Kreuzberg hilft ist 2017 zu einem Verein mit rund 80 eingetragenen Mitgliedern angewachsen. Daneben unterstützen nach wie vor viele Nicht-Mitglieder unsere Arbeit gelegentlich oder regelmäßig, Einzelpersonen, Initiativen und Institutionen. Auch sie haben 2017 Kreuzberg hilft zu dem gemacht, was es ist. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an zwei scheidende Vorstandsmitglieder: Zum einen an Spendenraum-Koordinator Manfred, der seine ehrenamtliche Arbeit im Spendenraum in Zukunft zurückschrauben wird und sich auf andere Projekte konzentrieren möchte. Es ist schön, dass er uns weiterhin als Unterstützer erhalten
bleibt. Manfred – herzlichen Dank für alles! Auch Steffi, die sich aus der Vorstandsarbeit zurückziehen wird, sagen wir an dieser Stelle: Herzlichen Dank für Deine Mitarbeit – schön, dass Du weiter aktiv bleiben möchtest!

Der Spendenraum

In unserem Spendenraum am Mariannenplatz sind auch in diesem Jahr zweimal wöchentlich Spenden eingegangen, wurden von unserem fleißigen Spendenraum-Team sortiert und dann an Hilfsbedürftige in ganz Berlin ausgeliefert. Die Zahlen sprechen für sich: insgesamt haben unsere Helferinnen und Helfer im Spendenraum ca. 350 Stunden gearbeitet. Sie haben mit rund 140 Fahrten knapp 40 Einrichtungen in ganz Berlin mit Kleider- und Sachspenden versorgt, Fahrten für Müllentsorgung nicht mitgerechnet. Nach wie vor gefragte Bedarfe, an denen es notleidenden Menschen in Berlin mangelt, sind unter anderem Erstausstattungen für Babies, Socken und Unterwäsche, Schulbedarfe, Sportbekleidung, Schuhe, Spielzeug und vieles mehr. Schaut gerne mal wieder auf unserer Bedarfsliste vorbei, hier findet Ihr die gesuchten Bedarfe immer auf dem neuesten Stand.

2017 fand außerdem die Räumung der letzten Kreuzberger Turnhallenunterkunft in der Lobecker Straße statt. Deren Ablauf haben wir ebenso begleitet wie den Umzug der Bewohner_innen in die Gemeinschaftsunterkunft Gerlinger Straße und durch Sonderspendenaktionen dafür gesorgt, dass die Menschen mit Koch- und Küchenutensilien ausgestattet wurden, Kleiderhaken bekamen und die Fenster mit lichtdurchlässiger Folie beklebt nun auch die nötige Privatsphäre bietet.

Das Jahr hat gezeigt, dass die Anzahl der Unterstützer_innen im Spendenraum abnimmt. Darum hoffen wir, auch im neuen Jahr den Spendenraum an zwei Tagen in der Woche offenhalten zu können. Außerdem planen wir, einen monatlichen „Tag der offenen Tür“ der Kleiderkammer zu veranstalten: Bewohnerinnen und Bewohner einer Unterkunft können an einem vorab festgelegten Tag vorbei kommen und sich vor Ort mit den Sachen ausstatten, die die Menschen benötigen. Für dieses zusätzliche Projekt benötigen wir eure Mithilfe und freuen uns über jede_n Unterstützer_in!

Jetzt wird’s bunt: #wirsinddaswir

Farblich haben wir uns dieses Jahr aufgefrischt, sind von Schwarz-Weiß in die Neonpink-Gelb-Türkis-Ära eingetreten und damit weithin sichtbar als Vertreter_innen eines bunten Kreuzbergs zu erkennen. Unser Dank für diese Farbauffrischung geht an das wunderbare Team von „interpolare“ und an Daniel Schnatterer. Dank des Kreuzberger Kultlabels „iriedaily“ trägt Kreuzberg hilft seit diesem Jahr außerdem stolz seine eigens für uns kreierten T-Shirts. In limitierter Auflage von 100 Stück und – natürlich – den neuen Farben.

Inhaltlich ändert sich nichts: Zentral war, ist und bleibt die Unterstützung geflüchteter Menschen in Kreuzberg und die Arbeit an einem Miteinander für ein buntes und vielfältiges Berlin! Dieses Ziel haben wir auf vielen Wegen zu realisieren versucht, mithilfe unserer Tätigkeit im Spendenraum, mit zahlreichen Projekten und Aktionen, von denen wir im Folgenden einige Revue passieren lassen wollen.

Aktiv in der Politik vor Ort

Um Sichtbarkeit und Austausch geht es uns auch in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, in der für Kreuzberg hilft Andreas Roth als stellvertretender Bürgerdeputierter sitzt. Für die monatlich stattfindenden Ausschusssitzungen wurden Fragen der Mitglieder von Kreuzberg hilft zu Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten im Bezirk gesammelt und von Andreas Roth im Ausschuss vorgetragen. Schwerpunkte waren hier besonders Fragen zur Weiterentwicklung der Gerhart-Hauptmann-Schule als Notunterkunft und Fragen zu den beteiligten Behörden, hier insbesondere das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, sowie zur Entwicklung des Tempohomes Alte Jakobstraße/ Franz-Künstler-Straße. Gleichzeitig wurde Andreas Roth als Vertreter des Integrationsausschusses in die Sitzungen des Jugendhilfeausschuss entsandt, um die Themenfelder unbegleitete minderjährigen Flüchtlinge, Jugendämter, betreutes Wohnen, Pflegefamilien, etc. zu begleiten.

Auch in den monatlich stattfindenden Sitzungen des Forum Migration-Flucht-Nachbarschaft des Nachbarschaftshauses Urbanstraße ist Kreuzberg hilft vertreten und setzt sich dort mit Fragen der aktuellen Unterbringungssituation, mit Möglichkeiten der Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Unterkünften einerseits und externen Angeboten zur Beratung, Information, Freizeitgestaltung und Bildung andererseits sowie mit Perspektiven von Menschen mit Fluchterfahrung auf den Sozialraum und ihre lebensweltliche Erfahrungen aktiv auseinander.

Aber auch auf der Landesebene mischen wir mit. Monatlich finden Gespräche von Initiativen, die Geflüchtete unterstützen, mit der zuständigen Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales statt. Bei diesem Austausch mit dem Senat geht es um landespolitische Themen wie Heim-TÜV, Beteiligung von Geflüchteten und Ehrenamtlichen, Betreiber, den Umgang mit besonders Schutzbedürftigen und vielem mehr. Danke an Dani, die uns hier vertritt.

„Get up, stand up“

Auch 2017 sind wir in Kreuzberg sichtbar geblieben und haben für unsere Sache an zahlreichen Infoständen auf Straßenfesten, Flohmärkten und anderen Veranstaltungen die Werbetrommel gerührt. So waren wir natürlich beim MyFest, beim LesBiSchwulen Parkfest im Volkspark Friedrichshain, beim Hornstraßenfest und beim GraefestraßenKiezfest dabei, aber auch beim Markt der Möglichkeiten im Roten Rathaus und beim Spendenlauf der Bürgermeister-Herz-Grundschule haben wir uns ausgetauscht, vernetzt und Interessierte über unsere Aktivitäten und Projekte informiert. Natürlich haben wir auch an verschiedenen Demonstrationen teilgenommen und sind für die Anliegen geflüchteter Menschen zusammen mit diesen auf die Straße gegangen – nicht zuletzt bei der wunderbaren Demo und Kundgebung „We’ll come united“.

„Through Refugee’s eyes“ und „inter/space“

Gleich zwei Ausstellungsprojekte haben wir 2017 zusammen mit syrischen Künstler_innen realisiert und damit auf die Situation geflüchteter Menschen an den Außengrenzen Europas aufmerksam gemacht: „Through Refugee eyes“ im „Mein Haus am See“ zusammen mit Studentinnen der Universität der Künste und „inter/space“ auf dem Gelände der Bauhütte Südliche Friedrichstadt. Mitveranstalter von inter/space waren die Bauhütte Südliche Friedrichstadt und The Space Berlin. Gefördert wurde das Projekt durch den Aktions- und Initiativfonds der Partnerschaft für Demokratie Friedrichshain-Kreuzberg. Wir freuen uns, dass das Interesse an unseren Ausstellungen hoch war und wir schon dabei sind, neue Pläne für 2018 schmieden zu können.

Politische Teilhabe für Menschen mit und ohne Stimmrecht und Wahlparty

Unterstützt vom „House of Resources“ haben wir in der Akademie für Ehrenamtlichkeit einen Politik-Workshop zu den Möglichkeiten politischer Teilhabe in Deutschland veranstaltet. Unterstützt wurden wir dabei von zwei wunderbaren Referent_innen, Reinhard Fischer von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung und Regine Laroche von Mehr Demokratie e.V.. Im Anschluss an den Workshop haben wir am Tag der Bundestagswahl auf dem Mariannenplatz ein Kiezfest für Menschen mit und ohne Stimmrecht gefeiert. Dies wurde zu unserer großen Freude – passenderweise, auch wenn es kein Bier gab – mit einem Sponsoring der Quartiermeister unterstützt. Allen Unterstützer_innen, Beteiligten und Mitfeiernden ein herzliches Dankeschön!

„Stil in Berlin“

Schon zum vierten Mal fand die Spendensammelaktion „Warm up“ von Mary Scherpe im Voo Store in Kreuzberg statt – und war, wenn auch etwas weniger gut besucht als noch im Vorjahr – ein voller Erfolg: 30 Boxen prall gefüllt mit warmen Mäntel und Schuhen fanden Ihren Weg aus den Kleiderschränken der großzügigen Spender_innen in die Kleiderkammer am Mariannenplatz. Herzlichen Dank an Mary und das ganze Team!

Adventsmarkt und „Wunschbaum“-Aktionen

Das erste Adventswochenende verbrachten wir auf dem wunderschönen Adventsmarkt am Mehringplatz, zu dem uns Die Globale e.V. eingeladen hatte und verkauften dort Selbstgenähtes und -gestricktes, Bücher, Spielzeug und andere Sachspenden und tauschten uns bei Punsch und Plätzchen bei angemessen frostigen Temperaturen mit anderen sozialen Initiativen und Vereinen aus. Am zweiten Adventswochenende konnten wir, dank der Unterstützung von „bonify“ und „Raisin“, gleich zwei Wunschbäume aufstellen und den Kindern das Weihnachtsfest mit Geschenken versüßen. In der Gemeinschaftsunterkunft Ohlauer Strasse und in der Gemeinschaftsunterkunft Haarlemer Straße schaute der Weihnachtsmann auf einer fröhlichen Feier für die Kleinen vorbei. Das Jahr ging also gut gelaunt zu Ende.

Und das haben wir 2018 vor:

Gemeinsam mit Euch wollen wir weiterhin geflüchtete Menschen in Berlin unterstützen. Ganz konkret wird als neue Aufgabe die Unterstützung der neu eröffneten Tempohomes in der Franz-Künstler-Straße auf uns zukommen. Beim Tag der offenen Tür im Januar 2018 waren wir mit einem Infostand vertreten. Leider steht immer noch nicht fest, wann die Unterkunft bezogen wird und wer einzieht. Wir werden Euch weiter auf dem Laufenden halten.

Gemeinsam mit der Initiative Bauhütte Südliche Friedrichstadt Berlin wollen wir das Bauhütten-Projekt am Besselpark voranbringen. Zum Jahreswechsel haben wir die Koordination der Aktivitäten dort übernommen und werden dort – in enger Abstimmung mit den Initiativen und Projekten vor Ort, mit dem Bezirksamt und dem Team der Bauhütte – ein vielfältiges interkulturelles Programm und einen Begegnungsraum anbieten. Wir freuen uns, wenn Ihr uns dort besuchen kommt und sind offen für Eure Ideen und Pläne!

Außerdem stehen zahlreiche weitere politische, kulturelle, künstlerische und soziale Aktivitäten auf dem Programm, bei denen wir – wie immer – auf Eure unermüdliche Unterstützung zählen. Wir freuen uns auf das neue Jahr und wünschen Euch ein wundervolles 2018!

Mit herzlichen Grüßen
Euer Vorstand von Kreuzberg hilft e.V.